MDR1 Gendefekt – und was du dazu wissen solltest

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Jeder der schon mal was über den MDR1 Gendefekt gehört hat denkt sofort an Medikamentenunverträglichkeit. Besonders Ivermectin, welches in Wurmkuren für Pferde gegen u.a. Dassellarven, aber auch bei Rindern, Schafen, Schweinen ebenfalls gegen Würmer eingesetzt wird.
Allerdings ist der MDR1 Gendefekt weit mehr und oft unterschätzt.

Was bedeutet MDR1? M(ulti) D(rug) R(estistance). Ich denke der Begriff erklärt sich von alleine, wenn nicht – kurz gesagt: Multiresistenz gegen Arzneimittel.

Was kann bzw. macht dieses MDR1 Gen? Es ist verantwortlich für die Eiweissproduktion das „P-Glykoprotein“ heißt und zu den Transporteiweisen gehört. Eine seiner Aufgaben ist die Regulation der Aufnahme des Hormons „Glukokortikoid“, welches wiederrum bei Stressreaktionen eine Rolle spielt. Aha??? Stressreaktionen? Was bedeutet das nun wieder? Ging es nicht eben noch um eine vermeintliche einfach Medikamentenunverträglichkeit?

Aber zuerst ist noch zu klären: Wer ist davon betroffen? Häufig sind Hunde aus der Rassegruppe der Hüten- und Treibhunde davon betroffen, so auch Achtung bei Mischlingen aus diesen Rassen, auch wenn ein Labrador eingekreuzt wurde. Es ist kein Garant!
Zu der Rassegruppe zählen: Australian Shepherd – auch die Mini Aussies; Border Collie; Deutscher Schäferhund; Kurz- und Langhaar Collie; Bobtail; Sheltie oder bekannt als Shetland Sheepdog; Wäller – eine anerkannte Rasse gekreutzt aus Briard und Australian Shepherd; Weißer Schäferhund oder bekannt als Berger Blanc Suisse. Weitere Rassen aus dieser Gruppe findest du unter: https://www.fci.be/de/nomenclature/1-Hutehunde-und-Treibhunde-ausgenommen-Schweizer-Sennenhunde.html

Zurück zu der Sache mit der Stressreaktion und dem, was es damit auf sich hat. Hier machen wir nun einen Ausflug in den Kopf unserer Hunde und zwar zur Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Der Hypothalamus produziert und synthetisiert Hormone. Hier werden Releasing und Inhibition Hormone unterschieden. Verschiedene Faktoren nehmen Einfluss darauf, welche Hormon „Gruppe“, also ob Releasing oder Inhibtion Hormone, produziert werden. Beeinflusst wird das Ganze u.a. durch emotionalen Stress, Schmerzen, Umwelt, aber auch der Tag-Nacht-Rhythmus.
Desweiteren steuert der Hypothalamus die Hypophyse, die das Hormonsystem reguliert und die Hormone für Wachstum, Fortpflanzung und Stoffwechsel beeinflusst/reguliert. Auch hier werden wieder Hormone gebildet. Die Bekanntesten sind TSH, Prolaktin, FSH und LH.
Und um das Trio abzurunden kommen wir nun zur Nebennierenrinde und ihrer Mission. Denn hier werden vorwiegend Glukokortikoide wie z.B. Cortisol und weitere gebildet. Zusätzlich werden hier die Hormone Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet.

Doch was hat das nun mit dem MDR1 zu tun? Bei Hunden, die betroffen sind, ist die Blut-Hirn-Schranke ohne ihre P-Glykoprotein Türsteher und so gelangen Hormone wie z.B. Cortisol ,und weitere Hormone die zu den Glukokortikoiden zählen, in das ZNS (Zentrales Nervensystem). Cortisol ist bekannt wofür? Richtig, als DAS Stresshormon. Nun stellen wir uns also vor, p-Glykoprotein Türsteher ist nicht da und Cortisol kommt ungehindert durch die Blut-Hirn-Schranke ins Zentrale Nervensystem. Was passiert also? Neben körperlichen Problemen sind vorallem auch die Aufmerksamkeit, Verhalten und alles was durch das ZNS gesteuert wird betroffen und zwar negativ.

Und was bedeutet das jetzt? Die Türsther p-Gklyproteine machen aufgrund des Gendeffektes Urlaub und Glukokortikoide wie Cortisol können in das ZNS treten und dort neben verschiedenen Auswirkungen auf andere Organe wie den Pankreas vorallem im ZNS zu Problemen führen, die betroffene Hunde zu unruhigen Nervenbündeln werden lassen.

Doch was ist die Lösung? Das erfährst du in Teil 2. Wie gestalte ich mein Leben mit einem MDR1 Träger Hund

Veröffentlicht von Svenja Sieger

Ich bin ganzheitliche Tiertherapeutin und nutze mein Wissen aus den Bereichen der Tierheilpraxis, Ernährungsberatung für Hunde, Katzen und Pferde und Hunde-/&Pferdephysiotherapie

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